Letzte Aktualisierung am 17. August 2026 von Kraus
AI Act / EU‑KI‑Gesetz – Transparenz & Kennzeichnungspflichten für KI‑Inhalte
Einleitung
Der AI Act – auch bekannt als EU‑KI‑Gesetz oder KI‑Verordnung – legt ab 2026 klare Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz fest. Für Unternehmen, Creator und Selbstständige stellt sich die Frage, wie KI künftig eingesetzt werden darf und welche Kennzeichnungspflichten gelten. Diese Seite bietet eine verständliche, praxisnahe Übersicht – ohne juristische Fachsprache und ohne komplizierte Gesetzestexte.
Ich zeige transparent, wie KI auf delavo.de eingesetzt wird und wie Sie KI‑Tools sicher, nachvollziehbar und verantwortungsvoll nutzen können.
Hinweis: Diese Seite bietet eine allgemeine, praxisnahe Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung. Für eine rechtssichere Bewertung Ihrer individuellen Situation empfehlen wir die Konsultation eines auf IT‑ und Medienrecht spezialisierten Fachanwalts.
Was ist der AI Act (EU‑KI‑Gesetz)?
Der AI Act – offiziell die EU‑KI‑Verordnung – ist das neue europäische Gesetz zur Regulierung künstlicher Intelligenz. Es legt fest, wie KI‑Systeme entwickelt, eingesetzt und überwacht werden müssen, um Sicherheit, Transparenz und Verbraucherschutz zu gewährleisten. Die Verordnung unterscheidet KI‑Systeme nach Risikoklassen und definiert klare Anforderungen für Anbieter, Unternehmen und öffentliche Stellen. Für Inhalte‑Ersteller und Webseitenbetreiber ist vor allem der Bereich „begrenztes Risiko“ relevant, der Transparenz‑ und Kennzeichnungspflichten umfasst. Verstöße gegen die Transparenzpflichten können mit Bußgeldern bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden – ein wichtiger Grund, warum delavo.de hier besonders sorgfältig vorgeht.
Kennzeichnungspflichten nach AI Act / KI‑Verordnung
Der AI Act verpflichtet dazu, KI‑generierte Inhalte klar erkennbar zu machen, wenn Nutzer sonst nicht bemerken würden, dass sie mit KI erstellt wurden. Dazu gehören KI‑Bilder, KI‑Videos, synthetische Stimmen und vollautomatisch generierte Texte. Webseiten müssen deutlich darauf hinweisen, wenn Inhalte ohne menschliche Prüfung entstanden sind oder wenn Nutzer mit einem KI‑System interagieren. Für redaktionell geprüfte Texte gilt keine Kennzeichnungspflicht – hier reicht die menschliche Verantwortung über den finalen Inhalt. Die Kennzeichnungspflicht für Text betrifft ohnehin nur Inhalte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren (z. B. politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Themen) – reine Produktbewertungen wie auf delavo.de fallen in der Regel gar nicht in den Anwendungsbereich dieser Vorschrift.
Anbieter oder Betreiber: Wer trägt welche Pflichten?
Der AI Act unterscheidet zwischen Anbietern (den Herstellern von KI-Systemen, z. B. ElevenLabs oder Synthesia) und Betreibern (Unternehmen und Personen, die diese Systeme einsetzen, wie delavo.de). Anbieter tragen eigene Pflichten, etwa zur maschinenlesbaren Kennzeichnung generierter Inhalte. Als Betreiber trägt delavo.de zusätzlich die Verantwortung für die sichtbare, für Menschen verständliche Kennzeichnung gegenüber den eigenen Lesern.
Wie KI auf delavo.de eingesetzt wird
Ich nutze KI‑Tools, um Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Dabei folge ich einem klaren, verantwortungsvollen Prozess.
Recherche
Alle Inhalte basieren auf eigener, manueller Recherche. Funktionen, Preise, Besonderheiten und Praxistauglichkeit der jeweiligen Tools werden von mir selbst geprüft.
Textunterstützung durch KI
KI unterstützt beim Formulieren, Strukturieren und Optimieren von Texten. Jeder Text wird persönlich geprüft, angepasst und verantwortet. Die inhaltliche Kontrolle bleibt vollständig beim Autor.
Eine Ausnahme dazu stellen die Pricing-Tabellen der Produkte dar. Diese werden durch die KI gepflegt. Das heißt, dass ich selbst die initialen Preise prüfe und erstelle (keine Kennzeichnung erforderlich) – da die folgenden Preisaktualisierungen durch KI erfolgen sind die Tabellen entsprechend gekennzeichnet. In meinem Fall auf den deutschen Seiten mit „(Preis automatisch aktualisiert durch KI)“ und mit „(Price automatically updated by AI)“ auf den englischen Seiten.
KI‑Bilder
Wenn Bilder durch KI erzeugt werden, werden diese transparent gekennzeichnet. So ist jederzeit erkennbar, welche Inhalte künstlich erstellt wurden. In meinem Fall auf den deutschen Seiten mit „Bild KI-bearbeitet“ und mit „Image AI-edited“ auf den englischen Seiten. Diese Kennzeichnung erfolgt bewusst auch dann, wenn der AI Act sie im Einzelfall nicht zwingend vorschreiben würde – etwa bei leichten Bildbearbeitungen ohne Deepfake-Charakter. Dieser höhere Transparenzstandard ist eine freiwillige redaktionelle Entscheidung.
Technische Unterstützung
KI hilft bei Tabellen, Vergleichen, Gliederungen und Formatierungen. Auch hier gilt: Die finale Entscheidung und Verantwortung liegt immer beim Autor.
Mit diesem Vorgehen erfüllt delavo.de die Anforderungen des AI Act vollständig und zeigt offen, wie KI eingesetzt wird.
Was der AI Act für Anwender bedeutet
Der AI Act soll sicherstellen, dass KI‑Inhalte nachvollziehbar und transparent sind. Für die meisten Anwender geht es dabei um einfache, gut umsetzbare Regeln.
Kennzeichnungspflicht für KI‑Bilder
Bilder, die vollständig oder überwiegend durch KI erzeugt wurden, müssen klar erkennbar gekennzeichnet werden. Ein kurzer Hinweis unter dem Bild genügt.
Kennzeichnungspflicht für KI‑Videos
Auch KI‑Videos müssen kenntlich gemacht werden, wenn sie künstlich erzeugt oder stark verändert wurden.
Kennzeichnungspflicht für KI‑Audio
Synthetische Stimmen müssen ebenfalls gekennzeichnet werden.
KI‑Texte
KI‑Texte müssen nicht gekennzeichnet werden, wenn ein Mensch sie prüft, anpasst und verantwortet. Nur vollständig automatisierte, ungeprüfte Texte benötigen einen Hinweis.
Das bedeutet: Wenn KI als Unterstützung genutzt wird und Inhalte redaktionell geprüft werden, ist der Einsatz bereits AI‑Act‑konform.
Was nicht gekennzeichnet werden muss
Folgende KI‑Unterstützungen sind nicht kennzeichnungspflichtig:
- Rechtschreibkorrektur
- Grammatik‑Optimierung
- Stil‑Verbesserung
- Strukturierung
- Zusammenfassungen
- Übersetzungen
- technische Unterstützung wie Tabellen oder Formatierungen
Diese Formen der KI‑Nutzung gelten als normale digitale Assistenz.
Praxisleitfaden für den sicheren Einsatz von KI‑Tools
Damit KI‑Inhalte sicher und nachvollziehbar eingesetzt werden können, hilft diese kompakte Übersicht.
KI‑Texte
Wenn Texte geprüft und verantwortet werden, ist keine Kennzeichnung nötig.
KI‑Bilder
Immer kennzeichnen.
KI‑Videos
Immer kennzeichnen.
KI‑Audio
Immer kennzeichnen.
Chatbots
Nutzer sollten erkennen können, dass sie mit einem KI‑System interagieren.
Dokumentation
Eine kurze interne Notiz reicht aus, um den Einsatz von KI nachvollziehbar zu machen.
Beispiele aus der Praxis – passend zu den Tool‑Tests auf delavo.de
Viele der auf delavo.de vorgestellten und getesteten Tools nutzen künstliche Intelligenz, um Inhalte, Stimmen oder Web-Erlebnisse zu generieren. Hier sehen Sie konkret an Beispielen aus unseren Tests, wo der AI Act eine Kennzeichnung verlangt und wo nicht:
- ElevenLabs, Murf AI, Hume AI (KI-Stimmen & Audio) → Kennzeichnung erforderlich: Synthetische Stimmen und KI-generierte Voiceovers müssen für die Hörer klar als solche erkennbar sein.
- Synthesia (KI-Videos) → Kennzeichnung erforderlich: Videos, die mit künstlichen Avataren und synthetischen Stimmen erstellt werden, müssen eindeutig gekennzeichnet werden.
- Riverflow AI, AdCreative.ai (KI-Bilder & Ads) → Kennzeichnung erforderlich: Wenn diese Tools fotorealistische Bilder oder Grafiken vollständig per KI erzeugen, ist ein Hinweis (z. B. unter dem Bild) Pflicht.
- Chatbase, Tidio (KI-Chatbots) → Hinweis für Nutzer erforderlich: Besucher Ihrer Website müssen beim Start des Chats aktiv darüber informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren.
- Rytr, QuillBot, Consensus (KI-Texte & Recherche) → Keine Kennzeichnung erforderlich: Da Sie die generierten Texte, Paraphrasierungen oder Zusammenfassungen vor der Veröffentlichung prüfen und anpassen, greift hier die Ausnahme für menschlich verantwortete Inhalte.
- Gamma, Prezi AI, Beautiful.ai, Unbounce AI, Instapage (KI-Präsentationen & Landingpages) → Keine generelle Kennzeichnung erforderlich: Die Erstellung von Layouts, Strukturen und Textentwürfen gilt als digitale Assistenz. Nur wenn Sie darin vollautomatisch generierte KI-Bilder oder KI-Videos einbinden, müssen diese einzelnen Elemente gekennzeichnet werden.
- Wispr Flow, Browse AI, Netlify, ActiveCampaign, Atria (Produktivität & Automation) → Keine Kennzeichnung erforderlich: Diktate, Web-Scraping, Hosting-Prozesse, Marketing-Automationen oder Werbeanalysen gelten als reine technische Unterstützung und fallen nicht unter die Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte.
Diese Praxisbeispiele zeigen, dass Sie die meisten der auf delavo.de vorgestellten Tools auch unter dem AI Act weiterhin völlig unkompliziert und ohne großen Aufwand in Ihren Alltag integrieren können.
Aktueller Stand: Digital Omnibus (2026)
Die EU hat im Mai 2026 mit dem sogenannten „Digital Omnibus“ Anpassungen am AI Act beschlossen. Die allgemeinen Transparenzpflichten aus Artikel 50 gelten weiterhin ab dem 2. August 2026. Verschoben wurde jedoch die Pflicht zur maschinenlesbaren Kennzeichnung (z. B. Wasserzeichen in Metadaten) auf den 2. Dezember 2026. Da sich die Regelung derzeit noch weiterentwickelt, kann sich dieser Stand ändern – diese Seite wird bei relevanten Anpassungen aktualisiert.
Fazit
Der AI Act schafft klare, gut verständliche Regeln für den Umgang mit KI‑Inhalten. Wenn KI verantwortungsvoll eingesetzt, Inhalte geprüft und transparent gekennzeichnet werden, sind die Anforderungen bereits erfüllt.
Auf delavo.de wird KI bewusst so eingesetzt, dass jederzeit nachvollziehbar ist, wie Inhalte entstehen. Gleichzeitig erhalten Leserinnen und Leser praktische Orientierung, wie KI‑Tools sicher und professionell genutzt werden können.
FAQ zum AI Act
Muss ich KI‑Texte kennzeichnen?
KI‑Texte müssen nur dann gekennzeichnet werden, wenn sie vollständig automatisiert erstellt und ohne menschliche Prüfung veröffentlicht werden. Sobald Sie Inhalte selbst prüfen, anpassen und verantworten, ist keine Kennzeichnung erforderlich. Zudem gilt die Pflicht ohnehin nur für Texte, die über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren – etwa politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Themen.
Müssen KI‑Bilder immer gekennzeichnet werden?
Ja. Bilder, die durch KI erzeugt oder deutlich verändert wurden, müssen klar erkennbar gekennzeichnet werden. Ein kurzer Hinweis unter dem Bild genügt.
Gelten die Kennzeichnungspflichten auch für KI‑Videos?
Ja. KI‑Videos müssen kenntlich gemacht werden, wenn sie künstlich erzeugt oder stark verändert wurden. Der Hinweis kann direkt unter dem Video oder im Beschreibungstext stehen.
Müssen synthetische Stimmen gekennzeichnet werden?
Ja. KI‑generierte Stimmen müssen transparent gekennzeichnet werden, damit klar ist, dass es sich nicht um eine echte Stimme handelt.
Muss ich Chatbots kennzeichnen?
Ja. Nutzer sollten erkennen können, dass sie mit einem KI‑System interagieren. Ein kurzer Hinweis im Chatfenster oder im Einleitungstext reicht aus.
Müssen KI‑gestützte Korrekturen wie Rechtschreibung oder Grammatik gekennzeichnet werden?
Nein. Funktionen wie Rechtschreibkorrektur, Grammatik‑Optimierung oder Stil‑Verbesserungen gelten als normale digitale Assistenz und sind nicht kennzeichnungspflichtig.
Müssen Zusammenfassungen oder Übersetzungen durch KI gekennzeichnet werden?
Nein. Solange Sie die Inhalte prüfen und verantworten, müssen Zusammenfassungen, Übersetzungen oder strukturierende KI‑Unterstützung nicht gekennzeichnet werden.
Wie kennzeichne ich KI‑Inhalte auf meiner Website korrekt?
Ein kurzer, gut sichtbarer Hinweis wie „Dieses Bild wurde mit KI erstellt“ oder „Dieses Video enthält KI‑generierte Inhalte“ reicht aus. Die Kennzeichnung sollte eindeutig und leicht verständlich sein.
Reicht eine interne Dokumentation über den KI‑Einsatz aus?
Ja. Eine kurze interne Notiz darüber, welche KI‑Tools Sie verwenden und wie Inhalte geprüft werden, ist ausreichend. Eine umfangreiche Dokumentation ist für normale Content‑Erstellung nicht notwendig.
Was bedeutet der AI Act für den praktischen Einsatz von KI‑Tools?
Der AI Act verlangt vor allem Transparenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI‑Inhalten. Wenn Sie Inhalte prüfen, klar kennzeichnen und nachvollziehbar arbeiten, können Sie KI‑Tools sicher und ohne zusätzlichen Aufwand einsetzen.
